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Stadtgeschichte von München

Stadtgründung

Der Ort Münich tauchte erstmals in einem Dokument von 1158 auf und bekam seinen Namen offensichtlich von einem Mönchskloster, das sich an seiner Stelle befand . Ein Mönch bestimmte später auch das Bild des Stadtwappens.
Als 1180 der erste Wittelsbacher, Pfalzgraf Otto, Herzog von Bayern wurde, begann die Herrschaft dieses Adelsgeschlechtes, die sich bis in den Anfang des 20. Jahrhunderts ziehen sollte. 1255 kam es zu einer brüderlichen Herrschaftsteilung unter den Wittelsbachern und München wurde die Hauptstadt eines der beiden Teilstaaten, die zweite Residenzstadt war Landshut.
Bereits 1208 wurde hier die erste medizinische Einrichtung für das gemeine Volk errichtet, das Heilig-Geist-Spital.

Stadtentwicklung im Mittelalter

Im 15. Jahrhundert erhielt München seine erste bauliche Prägung. 1468 begann der Bau an der Frauenkirche, die erst 1525 fertiggestellt wurde. Auch der heutige Marienplatz und das Rathaus gehen in ihren Ursprüngen auf die Bauphase ab 1470 zurück.

1487 wurde außerdem der Grundstein zu einer wichtigen Bayerischen Tradition gesetzt - der Bierbrauerei. Unter Herzog Albrecht IV. wurde das Reinheitsgebot zum Bierbrauen verabschiedet, das fünf Jahrhunderte lang seine Gültigkeit besaß. Auch wenn es 1986 vor dem Europäischen Gerichtshof seine Verbindlichkeit verlor – die meisten Bayerischen Bierbrauer halten sich bis heute an das Reinheitsgebot von 1487.

1505 wurden die beiden bayerischen Teilstaaten wieder zusammen geführt. München war zu dieser Zeit eine hochentwickelte Stadt und wurde nun zur Hauptstadt von ganz Bayern erklärt.

Die Religions- und Machtkriege der Neuzeit

In den folgenden Jahrhunderten war die bayrische Hauptstadt Schauplatz von Religionskriegen und katholischen Machtbestrebungen.
Herzog Wilhelm IV. setzte die Gegenreformation in Bayern durch, das Lesen von lutherischen Schriften wurde verboten. 1559 wurde eigens ein Jesuitenorden nach München geholt, um mit seiner Hilfe den katholischen Glauben in der Bevölkerung zu manifestieren.
Die Jesuiten errichteten das erste Münchner Gymnasium und 1583 die Jesuitenkirche St. Michael. Letztere war die erste Barock-Kirche in Bayern. 1601 wurden zudem die Kapuziner nach München berufen und eine beispiellose Serie von Kloster- und Kirchenbauten veränderte das Stadtbild von München.

Aber auch die Herzöge waren als Bauherren nicht faul. 1560 bis 70 wurde mit dem Bau der „Neufeste“ begonnen und damit der Anfang für die späteren Residenzbauten am Hofgarten gemacht. 1602 wurde das Hofbräuhaus am Platzl errichtet, das allerdings erst 1896 seine heutige Gestalt bekam.

Mit dem dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648 kam der mittelalterliche Städtebau zum Erliegen, dafür wurde eine Stadtmauer errichtet. Diese konnte jedoch nicht verhindern, dass der protestantische Schwedenkönig Gustav Adolf das katholische München besetzte. 1638 ließ Kurfürst Maximilian die Mariensäule errichten, um trotz Besatzung den katholischen Glauben der Münchner Bevölkerung zu demonstrieren.

Einige Jahre nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges begann eine neue Etappe der Bautätigkeit in München: Die Schlossbauten des Barocks. 1664 wurde der Grundstein zum Schloss Nymphenburg gelegt, 1701 begannen die Bauarbeiten an der Sommerresidenz Schloss Schleißheim

Mit dem Beginn des 18. Jahrhunderts gerieten Bayern und seine Hauptstadt erneut in kriegerische Auseinandersetzungen. Diesmal ging es bereits eindeutig um Macht. Hauptfeind im Kampf um die spanische bzw. später die deutsche Reichskrone waren die Österreicher. Als 1742 der bayerische Kurfürst Karl VII. durch Erbgesetze zum Kaiser wurde, kam es sogar zur Besetzung Münchens durch Österreich. Diese währte jedoch nur zwei Jahre.
Der Erbfolgemangel der Bayerischen Kurfürsten sorgte schließlich dafür, dass 1777 der Kurfürst von Mannheim, Karl Theodor, den Bayerischen Hof in München übernahm.

1789 ließ Karl Theodor den damals fortschrittlichsten Park anlegen. Zum Englischen Garten hatten alle Stände Zutritt und es sollte ausdrücklich forciert werden, dass sich Vertreter der unterschiedlichsten Herkunft begegneten und austauschten.

Kulturelle Blütezeit und Industrialisierung im 19. Jahrhundert

Mit dem neuen Kurfürsten endete schließlich auch das katholische Religionsdiktat in München. 1801 durfte sich erstmals offiziell ein protestantischer Bürger in München ansiedeln. Gleichzeitig betrieb der herrschende Kurfürst den Abbau einiger katholischer Kirchen und Klöster.

Mit den Napoleonischen Kriegen veränderte sich auch die politische Struktur von Bayern. Franken und Schwaben wurden integriert und das Königreich Bayern entstand. Der regierende Kurfürst wurde nun zum König Max I. erhoben. Dessen Sohn ließ im Oktober des Jahres 1810 anlässlich seiner Hochzeit mit Therese von Sachsen-Hildburghausen ein großes Volksfest ausrichten. An diesem Tag wurde eine berühmte Münchner Traditionen geboren, das Oktoberfest. Bereits 1819 wurde die Organisation des großen Volksfestes in städtische Hand gelegt.

Zur selben Zeit hatten sich erste demokratische Grundrechte im Land Bayern konsolidiert. In München wurde ein Parlament etabliert, das eine Verfassung verabschiedete. Die Freiheit des Wortes und die freie Religionswahl wurden zum Gesetz erhoben. Die Religionsfreiheit manifestierte sich bald im Bau neuer Gotteshäuser, 1826 wurde die erste Münchner Synagoge eingeweiht, 1827 die erste evangelische Kirche von München.

Unter der Herrschaft von König Ludwig I. ab dem Jahr 1825 entstand die heutige Grundstruktur der Stadt München. Er ließ die Ludwigstraße, den Odeonsplatz und Königsplatz anlegen, die Residenzbauten am Hofgarten errichten und initiierte den Bau der Neuen und Alten Pinakothek. Neben seinem Einsatz als Bauherr förderte Ludwig auch wissenschaftlich-technische Projekte, so wurde die erste deutsche Eisenbahnlinie von Nürnberg nach Fürth auf den Weg gebracht und der Ludwig-Main-Donau-Kanal gegraben.

1848 kam es mit der bürgerlichen Revolution zwar zum Rücktritt Ludwigs I., doch setzte Ludwig auch danach sein kulturelles Wirken fort. Oberster Kopf der neuen Regierung war außerdem Ludwigs Sohn. Unter dessen Regierung setzten sich demokratische Rechte wie Pressefreiheit und Versammlungsfreiheit in München durch. 1854 fand die erste deutsche Industrieausstellung statt und bildete damit den Grundstein für die künftige Messestadt.
1867 begann der Bau des neuen Rathauses am Marienplatz, sein 85 m hoher Turm wurde erst 1905 fertig gestellt.
Nachdem 1826 bereits die Königliche Universität von Landshut nach München umgezogen war, wurde 1868 die Technische Hochschule, heute die Technische Universität eröffnet.
München gehörte schon damals zu den führenden Wissenschaftsstandorten Deutschlands, so gelang hier z.B. die erste Stromübertragung der Welt

München und das „Dritte Reich“

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich München zu einer der fortschrittlichsten Städte in Deutschland, sowohl in technischer, kultureller als auch politischer Hinsicht.
1906 wurde mit dem Deutschen Museum das erste wissenschaftlich-technische Museum der Nation gegründet.

Unter der Führung von Kurt Eisner kam es zum endgültigen Sturz der Monarchie und die Münchner Räterepublik wird ausgerufen. In der Villa Lenbach präsentierten sich 1924 erstmals in großer Form die expressionistischen Maler der Künstlergruppe „Blauer Reiter“. Noch 1931 wurde in München eine große Synagoge für osteuropäische Juden eröffnet.

Doch in der demokratischen Räterepublik von München bekamen auch die nationalsozialistischen Strömungen Aufwind. Mit der Gründung der NSDAP und dem Putsch von 1923 begann die verhängnisvolle politische Karriere von Adolf Hitler. Er wurde zwar zur Haft in der JVA Landsberg verurteilt, nutzte dort aber seine Zeit, um den ersten Teil von „Mein Kampf“ zu schreiben. Die Propagandaschrift verhalf ihm in den folgenden Jahren zu einem bis dahin nie erlebten politischen Siegeszug an die oberste Machtposition des deutschen Reiches. Unter seiner Diktatur erfolgt die sogenannte „Gleichschaltung“ des Münchner Stadtrates. Kommunisten und Andersdenkende wurden verfolgt, ermordet oder nach Dachau verschleppt. Das erste „Konzentrationslager“ auf deutschem Boden wurde 1933 eröffnet und zum Modell für die Vernichtungslager des Nationalsozialismus.
Im „Haus der deutschen Kunst“ wurden die Bilder des Expressionismus nun als „entartet“ angeprangert und damit die Vernichtung bzw. kriminelle Beseitigung von Kunstwerken eingeleitet.
1938 kamen im sogenannten „Führerbau“ in der Arcisstraße europäische Machthaber zusammen, um mit dem Münchner Abkommen einen politischen Kompromiss zu finden, der Hitler von seinen Kriegsplänen abhalten sollte. Dem deutschen Reich wurde das Sudentenland zugesprochen.
Doch noch im selben Jahr ging von München eine Botschaft aus, die zeigte, dass Hitler und seine „Kameraden“ alles andere als politischen Frieden suchten. Die antisemitische Rede von Joseph Goebbels, die er am 9. November im Münchner Rathaus hielt, wurde zum Auslöser für die Pogromnacht in ganz Deutschland.
Andererseits war München auch der Ort, an dem sich die mutigsten Widerstandsaktionen organisierten. Bereits 1939 versuchte der Schreiner Georg Elser mit einem Bombenanschlag auf eine „Kameradenfeier“ Hitler zu beseitigen. An der Münchner Universität wirkte die Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ um die Geschwister Scholl, die im Februar 1943 hingerichtet wurde.

1940 begannen die ersten Luftangriffe auf München, 1941 wurden erstmals Münchner Juden deportiert. 1945, am Ende des Weltkriegs war die Einwohnerzahl Münchens von 824.000 auf 479.000 gesunken. Die Altstadt war zu 90 %, die gesamte Stadt zu 50 % zerstört.

Der moderne Wirtschaftsstandort München

Nach dem Krieg konnte München langsam wieder an seine fortschrittlichen und demokratischen Traditionen anknüpfen. Schon 1947 wurde die erste Synagoge wieder eröffnet. Die Stadt, insbesondere die Innenstadt, wurde nach historischem Vorbild wieder aufgebaut.
Moderne Wirtschaftsunternehmen aus Hightech-, Dienstleistungs- und Medienbereichen fassten in München Fuß. Zu den berühmtesten Firmen gehören die Bayrischen Motorenwerke. Die BMW-Türme mit dem BMW-Museum befinden sich in der Nähe des Münchner Olympiastadions.
1957 überschritt die Einwohnerzahl Münchens erstmals die Millionengrenze.
1972 fanden in München erstmals wieder Olympische Spiele auf deutschem Boden statt. Kurz zuvor war das neue U- und S-Bahnnetz fertiggestellt und eine Fußgängerzone im Zentrum eröffnet worden. Das Oktoberfest entwickelte sich nach dem Krieg zum größten und berühmtesten Volksfest der Welt.

Die friedliche Entwicklung Münchens wurde allerdings zweimal von Terroranschlägen überschattet. Zur Olympiade fielen elf israelische Sportler einem palästinensischen Attentat zum Opfer. 1980 kamen dreizehn Menschen bei einem Bombenanschlag auf das Oktoberfest ums Leben. Der Attentäter kam aus der rechtsextremen Szene.

Politisch wird München seit 1948 mit Ausnahme einer Legislaturperiode von einer SPD-Mehrheit regiert. In den letzten Jahren haben zudem mehrere Bürgerbegehren zu wichtigen Entscheidungen der Stadt geführt wie z.B. den Bau unterirdischer Verkehrstunnel. Der Bau weiterer Wolkenkratzer wurde auf dieselbe Weise verhindert.

Aber auch die katholische Seite Münchens hat eine große Genugtuung erfahren. Mit Kardinal Ratzinger ist 2005 ein Erzbischof von München-Freising auf den Heiligen Stuhl gekommen.

Als Tourismusmagnet war München in der alten Bundesrepublik jahrzehntelang Spitzenreiter. Diesen Rang muss es zwar inzwischen an die Hauptstadt Berlin abgeben, doch seinen zweiten Platz auf der Liste der meistbesuchtesten Städte Deutschlands kann München mit Leichtigkeit jedes Jahr verteidigen. Dazu trägt zum einen seine zentrale Lage im bedeutendsten Feriengebiet von Deutschland bei. Zum anderen verfügt München über zahlreiche historische Sehenswürdigkeiten, exklusive Shoppingmeilen und eine reiche Kulturlandschaft. Nicht zuletzt ist das volkstümliche Oktoberfest Jahr um Jahr ein Tourismusmagnet für Besucher aus aller Welt.


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